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Gesundheitliche Auswirkungen

von Renate Wolff

Es steht außer Frage, dass der Gau von Tschernobyl weitreichende, anhaltende gesundheitliche Schäden zur Folge hatte und noch immer hat.

Die Lquidatoren, Menschen, die unmittelbar an dem explodierten Reaktor arbeiteten, sind inzwischen an den Schädigungen gestorben. Man geht von vielen 1000 Menschen aus, die das Unglück nicht mehr als fünf Jahre überlebt haben.

Die Auswirkungen auf die Kinder der Liquidatoren auch in der jetzt zweiten Generation sind dramatisch:

  • Krebs und Leukämie,
  • Schäden am Nervensystem
  • Fehlgeburten
  • Genetische Schäden
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schilddrüsenkrebs
  • Schädigungen anderer Organe

Die Erforschung und Dokumentation ist aufwändig und ist auf finanzielle Unterstützung der öffentlichen Gremien angewiesen. Hier zeigt sich, dass weder die Internationale Atomenergie Organisation (IAEA), noch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), noch die Staaten, die Atomkraftwerke betreiben, an der Untersuchung wirklich Interesse haben. Diese Haltung verwundert nicht, wenn man die Atompolitik der letzten Jahre verfolgt hat.

Gesundheitliche Auswirkungen sind auch in Bayern nachgewiesen. Es besteht aber kein Interesse von offizieller Seite, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. So gab es 1987 z.B. 45% mehr totgeborene Kinder als in anderen Jahren (GSF-Forschungszentrum, heute Helmholtz-Zentrum, Neuherberg).

Über die gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl hat die „Deutsche Sektion der internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung“ e.V. (IPPNW) zusammen mit der „Gesellschaft für Strahlenschutz“ e.V. die sehr eindrucksvolle Publikation Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl (PDF) veröffentlicht. Es lohnt sich für die Besucher dieser Seite, sich den am Anfang der Publikation enthaltenen Kurzbericht (4 Seiten) unabhängiger Ärzte anzusehen!

Informationen zu gesundheitlichen Folgen