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Internationale Temelin-Konferenz

Die 7. TEMELIN KONFERENZ am 25. 3. 2017

Bericht von Doris Stadler

Nach der Einführung durch Brigitte Artmann (grüne Kreisrätin in Wunsiedel) vom Veranstalter „Grüne Fichtelgebirge“ referierte Sylvia Kotting-Uhl (MdB Bündnis 90/Die Grünen) über 60 Jahre Euratom-Vertrag. Sie stellte fest, dass dessen Ziel, „die Förderung der Atomenergie“, bis heute nicht verändert wurde. Die dringende Änderung bzw. Abschaffung des Vertrages ist wegen der Beschlusslage (alles muss EU-weit einstimmig beschlossen werden) nur schwer möglich.

Anschließend ging Kotting-Uhl auf die Risiko-Reaktoren (Fessenheim, Cattenom, Tihange, Beznau und Temelin) an der deutschen Grenze ein, die durch Mängel z. B. Risse eine erhöhte Gefährdung für Deutschland bedeuten. Die Nachbarländer, also auch Deutschland, haben bei diesen Atomkraftwerken kein Mitspracherecht.

Im Anschluss ging Dieter Majer (ehem. technischer Leiter Atomaufsicht Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) speziell auf die Problematik der Schweißnähte im AKW Temelin ein. Bei der Ausführung der Schweißnähte gab es Schwierigkeiten und die erforderliche sehr genaue Dokumentation konnte bisher nicht geprüft werden.

Sein Fazit: „Ein großer Teil der erforderlichen Dokumentation kann nur herstellungsbegleitend belastbar erstellt werden. Wurde dies versäumt, so ist die erforderliche Qualität der betroffenen Schweißnähte nicht gewährleistet."

Nur nach einer Einsicht und Beurteilung durch das BMUB besteht die Möglichkeit, das AKW Temelin abzuschalten (vorausgesetzt die Beurteilung bestätigt die fehlerhafte Dokumentation).

Nach der Mittagspause sprach Tanja Gaudian (Elektrizitätswerke Schönau) über die dezentrale Energiewende ohne AKWs. Sie stellte klar, „dass das Projekt Hinkley Point C im Kern militärisch motiviert ist. Ohne die zivile Atomkraft wären die Bauteile etwa für die britische U-Boot-Flotte so teuer, dass sich das Militär diese nicht mehr leisten könnte. Außerdem sei es schwierig, Fachkräfte zu finden. Daher sollten wir den Schulterschluss mit der Friedensbewegung suchen und den jungen Ingenieuren zeigen, dass die Zukunft den Erneuerbaren Energien gehört“, sagte Gaudian weiter. 

Christoph Rasch (Greenpeace Energy) vertiefte das Thema Hinkley Point C & PAKS II. Neben den vielen Schwachpunkten (EPR – nicht erprobt, wirtschaftliche Probleme bei EDF, juristische Probleme – Österreich und Greenpeace klagen, Brexit, grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung)  erzeugt Hinkley Point C Verzerrungen auf dem europäischen Strommarkt, die zur Benachteiligung der Erneuerbaren Energien führen.

Wird Hinkley Point C gebaut, hat das Auswirkungen auf den weiteren Ausbau von AKWs in Europa. England plant vier weitere Reaktoren, europaweit gibt es acht potenzielle Folgeprojekte. Eines davon ist PAKS II in Ungarn.

Wir Mütter gegen Atomkraft fordern deshalb die Petition zu unterschreiben:

https://www.change.org/p/bundesregierung-atomkraftwerk-temelin-i-sofort-abschalten

Weitere Informationen unter:

https://www.stoppt-temelin.de/7-temelinkonferenz-2017-m%C3%BCnchen/

http://blog.greenpeace-energy.de/themen/atomkraft/internationale-konferenz-fordert-am-euratom-jahrestag-untersuchung-in-temelin-und-stopp-neuer-atomkraftwerke/

 

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