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Zukunft des EEGs

EEG - Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien

Eine sehr gute Übersicht über die Entwicklung der Förderung und Vergütung für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen kann man sich auf der folgenden Seite verschaffen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

http://www.solarwirtschaft.de/unsere-themen/eeg-novelle-2014.html

Seit 1991 bestimmt ein Stromeinspeisegesetz, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das Stromnetz aufgenommen und dafür eine Vergütung gezahlt werden muss.

Im Jahr 2000 folgte diesem Gesetz das EEG, dessen Ziel es war und ist, die Stromerzeugung aus Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Erdwärme zu fördern und wirtschaftlich zu machen. Seit Einführung des Gesetzes ist die vergütete Strommenge um das 10fache gestiegen, was zeigt, wie positiv sich diese Bestimmungen auf den Umbau der Energieversorgung ausgewirkt haben.

Die Stromernte

Es kam zum ersten Boom bei Wind- und Sonnenenergie. Viele Bauern erkannten, dass mit Atomkraft die Konzerne große Gewinne machten, mit der Solarenergie nun aber sie selber Gewinne machen können. Dachflächen auf den Ställen wurden mehr und mehr zur Solarstromerzeugung genutzt. Auch das Gewinnpotenzial aus Biomasse wurde nun erkannt und gefördert. Wer konnte, beteiligte sich an einem Windrat. Allerorten wurden nun nicht nur Kartoffeln, sondern Strom geerntet.

Das EEG wurde seit 2000 mehrfach novelliert und den jeweils neuen Erkenntnissen und Umständen angepasst. Die auf 20 Jahre garantierten festen Vergütungssätze verschafften bei den Anlagenbetreibern und Geldgebern Planungs- und Investitionssicherheit. Damit waren sie ein wichtiger Anreiz für Bürger, sich aus Ausbau der EE zu beteiligen. Gesetzliche Unsicherheit und Einschränkungen sorgten dagegen jedes Mal für einen Dämpfer. Der weitere gewünschte Ausbau könnte damit völlig zum Erliegen kommen. Ein Rückgang ist schon jetzt deutlich spürbar, seitdem die Einspeisevergütung unsicher geworden ist. Eine Novellierung des Gesetzes muss mit Augenmaß geschehen und den unbedingten Willen zum Ausbau unterstreichen.

Die Alternative zu Öl, Kohle und Erdgas sind nun mal allein die EE.

Jede Ausgestaltung des Gesetzes, die dazu dienen sollte, Missbrauch zu verhindern, hatte jedoch auch den Nachteil, das Gesetz komplizierter zu machen. Heute is es für den Verbraucher kaum möglich, die Bestimmungen nachzuvollziehen, geschweige denn festzustellen, wie viel von seiner EEG-Umlage von derzeit 6,24 ct/kWh wirklich für die Förderung des Ökostroms verwendet wird.

Strompreise/Preisvergleich

Der Strompreis für den Privatverbraucher ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Es ist damit zu rechnen, dass er auch noch weiter steigen wird. Woran liegt das?

Einerseits sinkt der Strompreis an der Strombörse in Leipzip unter 0 Cent, weil Wind und Sonne an manchen Tagen so viel Strom produzieren, dass die Netze den Strom nicht aufnehmen können und der billige Abfluss ins Ausland erfolgt. Andererseits steigt der Strompreis für den Verbraucher unabhängig vom Börsenpreis.

 

Die Stromherstellung wird billiger, aber der Strompreis steigt. Wie kann das sein?

  • Die Stromkonzerne kaufen den Strom oft sehr billig ein, geben diesen Preis jedoch nicht an die Kunden weiter.
  • Die festen Einspeisevergütungen müssen an die Ökostromerzeuger gezahlt werden, unabhängig davon, ob der Strompreis zeitweise auf 0 Cent sinkt. Die Differenz muss vom Stromverbraucher ausgeglichen werden.

Wer gehört zur Gruppe der Stromverbraucher?

Alle Bürger, denkt man zunächst. Das erscheint schließlich gerecht und logisch, wenn alle zusammen diese gigantische Aufgabe finanzieren. Jeder Stromnutzer hätte somit einen finanziellen Anreiz, den Strom sparsam und effektiv zu verwenden.

Leider ist das nicht so.

Es gibt die eine Gruppe von Stromverbrauchern, die zahlt, und die andere, wachsende Gruppe, die nicht oder wenig zahlt.

  • Alle Privathaushalte zahlen. Alle kleineren und die meisten mittelständischen Betriebe zahlen.
  • Alle industriellen Großverbraucher zahlen nichts oder sehr wenig, mit der Begründung, sie hätten im internationalen Wettbewerb sonst Nachteile. Der Aufschrei: Arbeitsplätze sind in Gefahr!

Privatverbraucher zahlen höhere Strompreise und versuchen, Strom zu sparen. Alle Großverbraucher zahlen sehr niedrige Strompreise. Für sie besteht wenig Anreiz zum Energiesparen. Im Gegenteil! Einige versuchen sogar, durch höheren Verbrauch in die EEG-Ausnahmeregelung aufgenommen zu werden.

Was macht Strom teuer?

Es ist falsch zu behaupten:

- Die erneuerbaren Energien sind zu teuer.

- Die Energiewende ist schuld.

Im Gegenteil:

- Der Ökostrom ist konkurrenzlos billig in der Herstellung.

- Die Energiewende ist notwendig und unabwendbar, wenn man an die Naturzerstörungen, an den Klimawandel und an die zur Neige gehenden fossilen Energieträger denkt.

Fazit:

Das EEG muss verändert werden.

Die Energiewende muss gerechter auf alle Schultern verteilt werden.

Sparsamer Stromverbrauch muss für alle gelten.

Die Stromerzeugung muss dezentraler werden.

Windkraft muss auch in Bayern möglich sein.