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Zwischen- und Endlager

von Renate Wolff

In Deutschland sind weiterhin 9 AKWs am Netz. Diese produzieren jedes Jahr etwa 300 Tonnen hochradioaktiven Müll durch abgebrannte Brennstäbe. Kein Mensch weiß, wo dieser Müll gefahrlos gelagert werden könnte.

In bayerischen AKWs sind seit Inbetriebnahme bis zum Stichtag 31.12.2012 insgesamt ca. 3753 Tonnen Schwermetall bestrahlte Brennelemente angefallen.Im Jahr 2012 waren 97 Tonnen. Das geht aus der Antwort des Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit vom 8.5.2013 auf eine Anfrage des Abgeordneten Ludwig Wörner (SPD) hervor.

Gorleben ist die Schwachstelle der Atomlobby!

Bis 1994 wurden radioaktive Feststoffe im Meer versenkt (verklappt), in 50 Jahren mehr als 100 000 Tonnen weltweit (Deutschland 100 t). Das ist inzwischen verboten.

Flüssige, radioaktive Stoffe werden aber weiterhin legal ins Meer „entsorgt“, nach einer Greenpeace-Untersuchung z.B. täglich 400 Kubikmeter vor La Hague.

Im Oktober 2009 wurde durch die Berichterstattung um den Film Albtraum Atommüll öffentlich bekannt, dass Frankreich seit den 1990er Jahren heimlich einen nicht unerheblichen Teil seines Atommülls nach Sibirien transportiert. In der Stadt Sewersk, in der mehr als 100.000 Menschen leben, lagern knapp 13 Prozent des französischen radioaktiven Abfalls in Containern unter freiem Himmel auf einem Parkplatz. Die Menschen, die dort leben erhalten keine Unterstützung und Auskunft von den Behörden. Zudem wurde öffentlich, dass Deutschland sogar in noch größerem Maße radioaktiven Abfall nach Russland exportiert hat.

Heute kann niemand mehr über die Gefahren hinwegsehen, die durch radioaktive Abfälle seit 60 Jahren entstanden sind und noch entstehen werden.

Atommüll ist ein Albtraum!

  • Was wird aus den rostigen Fässern im Meer?
  • Werden die unter freiem Himmel in Russland lagernden Fässer verantwortlich bewacht?
  • Wer kann sagen, was auf die nächsten Generationen zukommt, wenn die Ablagerungsplätze nicht mehr auffindbar sind.
  • Wer verhindert, dass das Grundwasser verseucht wird wie in der Normandie?

Fragen über Fragen! Nichts als Ratlosigkeit!

Alles was in dieser Richtung überlegt und beschlossen wird, bringt keine Sicherheit, sondern dient lediglich dem Bestreben, die Gefahr zu reduzieren.

Unsere Forderung lautet:
Es darf kein neuer Atommüll mehr entstehen!

Realität ist:

Der radioaktive Müllberg wächst jedes Jahr um

  • 450 Tonnen aus den abgebrannten Brennstäben,
  • dazu Abfälle aus den Wiederaufbereitungsanlagen,
  • dazu Abfälle aus Urananreicherungsanlagen,
  • dazu Rückbauteile aus den stillgelegten Reaktoren,
  • dazu geringe Mengen aus medizinischen Anlagen.

Was ist zu tun?
Gesucht ist Sicherheit für Millionen Jahre!
Gesucht sind Endlagermöglichkeiten!

Zurzeit gibt es 16 Zwischenlager, davon 12 an den AKW- Standorten. Sie haben eine Betriebserlaubnis für 40 Jahre. Es muss also ein Endlager bis zum Jahr 2030 verfügbar sein.

Bei den Zwischenlagern neben den AKWs handelt es sich um riesige, überirdische Hallen. Sie sollten lt. Empfehlungen der Entsorgungskommission vom 29.11.2012 umfangreichen Sicherheitsvorgaben entsprechen. Ob diese Vorgaben wirklich eingehalten werden, muss sehr bezweifelt werden.

Stresstests nicht nur für AKWs sondern auch für Zwischenlager hat Bündnis 90/ Die Grünen beantragt.

Die Mängel bei der Schachtanlage Asse II waren laut Greenpeace schon vor der Genehmigung bekannt Das seit 2009 zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hält bei einer Vollverfüllung der Asse eine Langzeitsicherung nicht für nachweisbar. Heute würde man die rostigen Fässer lieber wieder herausholen, weiß aber nicht, ob man hierbei die Langzeitsicherheit nachweisen kann.

So wird nun erst einmal abgewartet und überlegt.

Auch die Müllkippe Morsleben ist marode.

Für Gorleben als Endlager besteht ein Baustopp. Die Gefahr, dass Wasser in den Salzstock eindringt und somit keine sichere Endlagerung möglich ist, lässt sich Dank heftigem Widerstand aus der Bevölkerung und Antiatomkraft-Gruppen nicht mehr einfach wegwischen.

Ob es ein Endlager mit Rückholbarkeit oder ohne Rückholbarkeit radioaktiver Abfälle geben soll, wird diskutiert.

Weiterführende Links und Quellen