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Mahnwache - Nie wieder Tschernobyl

„Vergeßt unsere Kinder nicht, wenn wir tot sind!" Die Aussage einer Mutter in Minsk, Weißrußland, September 1995. Ihr 5-jähriger Sohn Sascha wird sterben, und sie auch. An den Folgen von Tschernobyl.

Vor zehn Jahren, am 26. April 1986, explodierte der Atomreaktor im ukrainischen Tschernobyl, eine der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte menschlicher Zivilisation.

Wir Mütter gegen Atomkraft e.V. stehen durch unsere Hilfsmaßnahmen in direktem Kontakt mit betroffenen Menschen in Weißrußland und der Ukraine.

Die grauenhaften Auswirkungen und das Schicksal der Opfer werden von den Verantwortlichen heruntergespielt. Doch nach zehn Jahren tritt das wahre Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher zutage: Immer mehr Kinder erkranken an Krebs. Inzwischen ist der Schilddrüsenkrebs in den betroffenen Gebieten auf mehr als das hundertfache angestiegen. Die kindliche Leukämie nimmt zu. Die schleichenden genetischen Deformationen Hunderttausender mit weiteren Folgen sind noch gar nicht abzusehen.

Die konkreten und schrecklichen Erfahrungen der Reaktorkatastrohe von Tschernobyl haben uns in der Überzeugung bestärkt, daß das Risiko der „Nutzung“ der Atomkraft nicht verantwortbar ist, weder im Westen noch im Osten.

Nun soll in Deutschland wieder ein neues Atomprojekt unter dem Deckmantel der Forschung gebaut werden, nur 10 km von Unterschleißheim entfernt: Atomforschungsreaktor frm II

Er dient der Atomabteilung der Firma Siemens zur Konservierung und Weiterführung der Atomtechnologie. Das alte Atomei ist noch in Betrieb. Garchinger Boden und Grundwasser sind bereits radioaktiv verseucht worden. Der geplante neue Reaktor frm II hat ebenfalls unlösbare Probleme eines jeden Atom.reaktors: eine Kernschmelze kann nicht ausgeschlossen werden - ungelöste Ent.sorg.ung des Atommülls - Abgabe radioaktiver Stoffe in die Umgebung bei Normalbetrieb über den Kamin und den Abwasserkanal.

Atomanlagen sind nicht verantwortbar!

Wir laden herzlich dazu ein, sich an der Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl zu beteiligen. Sie können Blumen mitbringen. Die Blumen werden zu einem Strahlenzeichen auf dem Rathausplatz ausgelegt. Verweilen Sie ein bißchen.

Freitag, 26. April 1996, 16 - 19 Uhr
auf dem Unterschleißheimer Rathausplatz

Unterschleißheimer Mütter gegen Atomkraft e.V.
in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Köln
V.i.S.d.P. Gina Gillig
 

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